Die Apokalypse schleicht sich an
In einer Stimmung zwischen Aberglaube und Hightech, zwischen Mystik, Anarchie und Dekadenz, treiben die Bewohner des letzten Kontinents Dememnon durchs Leben und warten aufs Ende, oder suchen ihre Rettung im Glauben an die Acht Götter und in der umstrittenen Sage um die Traumkraft.
Aber die Verlockung der Schatten ist in jedem Menschen und wiegelt sie gegeneinander auf. Wundersame Taten lassen sich in einer magischen Welt vollbringen, doch die aufgewandte Lebenskraft lockt die Torwesen an, sich dieser Kraft zu bemächtigen.
Wie genau die Torwesen physikalisch zu verstehen sind, was die Natur der Traumkraft oder der Magie ist, darüber darf gerne spekuliert werden! Roman und Rollenspiel bieten viele Anhaltspunkte dazu, ohne den Lesern und Spielern die Spannung zu nehmen.
- Hier gibt es die detaillierte Beschreibung eines Schattendieners,
- hier die Beschreibung der Torwesen selbst,
- hier einen anarchischen Reiseführer!
Karte von Helge C. Balzer, links klicken zum vergrößern.
Die Prophezeiung der Traumkraft:
Vergraben unter Sternen
Von Totenhand
Im Ruhelosen Schlafe
Lauert ein Land.
Mit größter Wut
Auf göttergleicher Stufe
Sterbe mit Mut!
Der Psalm der Torwesen:
Neue Gesetze
Herrscher zu Dienern
Staub zu Staub
Tote erhebt Euch
Geist wird zu Geistern
Fessel des Fleisches
wird heiliges Band
Die vier Fraktionen
Hadanter wollen den Torwesen durch Verzicht auf Magie und Technik die Grundlage ihrer Existenz entziehen. Sie sind Puristen und religiöse Fanatiker, die von den anderen Fraktionen bis unter die Erde verdrängt wurden und den Krieg verloren haben. In der Nähe der rothmarischen Hauptstadt, wo einst ihre Heimat war, haben sie Labyrinthe tief unter der ausgedorrten Erde angelegt und verteidigen diese mit Dynamit und archaischen Flammenwerfen. Hadanter von diesem Teil Dememnons sind verrohte, dreckige Giftmörder in den Augen derjenigen Hadanter, welche sich an den Rand des Kontinents zurückgezogen haben und ein stilles, frommes Dasein leben.
Schattenläufer und Rothmaren kämpfen gegeneinander um die Vorherrschaft. Die spirituellen Schattenläufer forschen nach einem Zauber, der den Feind besiegen kann und bitten die Magie um Vergebung. Vom einfachen Waldläufer und Einzelgänger bis zum akademischen Leiter eines magischen Forschungsteams gehören dieser Fraktion Menschen aller Schichten an. Vor der Spaltung waren sie die Magie-Akademiker der Rothmarischen Föderation. Technik sehen sie heute als die Wurzel allen Übels an.
Die dekadenten Rothmaren suchen in ihrer weit fortgeschrittenen Technologie nach einer Lösung. Sie betrachten sich als Erben der Rothmarischen Föderation, die vor sechzig Jahren in die vier Fraktionen zerfiel. Die Rothmaren sind der Natur heute so fern, dass selbst die Grenzen des Totenreichs in ihrer gigantischen Hauptstadt fallen und Rachegeister sie heimsuchen. Die konservativen Militaristen sind von stiller Religiosität geprägt, doch Magie lehnen sie so vehement ab, wie Schattenläufer die Technik.
Den meisten Anarchisten ist alles egal, sie haben die Welt bereits aufgegeben. Jedoch sind einige ihrer Söldnerhaufen starke Verbündete für den Meistbietenden, und einige Idealisten kämpfen noch immer als Dissidenten gegen die Engstirnigkeit der anderen Fraktionen und gegen die rothmarische Diktatur.
Indoktrination?
Wer seiner jeweiligen Doktrin fanatisch anhängt, wird sich schwertun, Mitglieder anderer Fraktionen als Gefährten zu akzeptieren. Doch allzu fremd sind sich die Menschen gar nicht, liegt die Spaltung doch erst 60 Jahre zurück. Viele Demen nehmen ihre offizielle Fraktionsdoktrin nicht allzu ernst. Desweiteren gibt es inoffizielle Gruppen, die schon lange gemischte Einsatzkräfte zur Erforschung der Traumkraft und Bekämpfung der Torwesen aufstellen.
Haltungen zur Apokalypse
Manche Menschen, vor allem Technokraten, stehen der Existenz der Schatten gleichgültig gegenüber, führen ein relativ normales Leben und vertrauen auf ihre Politiker, Anführer oder Götter, die das Problem gefälligst lösen sollen. Andere verfallen in Hysterie angesichts des bevorstehenden, scheinbar nicht abwendbaren Untergangs.
Benannt nach den vier mächtigsten Göttern, haben sich innerhalb aller Fraktionen vier Grundhaltungen herausgeprägt, wie dem Untergang zu begegnen sei: Branntaner verleugnen den Untergang mit fanatischem Eifer. Hadaggonen würden sogar ihre Anführer entmachten, wenn sie nur sofort handeln könnten. Ishmaristen versuchen mit Geduld und klugen Reden ihre Anführer beim Finden einer Lösung zu unterstützen. Anruthianer verfallen in Depressionen und Wahnsinn oder schließen sich Untergangssekten an.
Mit den Lehren der namensgebenden Götter haben diese Haltungen jedoch nichts zu tun. Hier spiegelt sich der Konflikt wider zwischen einer lang gewachsenen Glaubenstradition und der säkularisierten modernen Welt, die von den Göttern enttäuscht ist und sich mehr und mehr von ihnen abwendet.
"35% der Rothmaren verhalten sich in religiösen Fragen wider ihre innere Überzeugung. 58% der Rothmaren zeigen dabei ein nur rudimentäres oder gar kein religiöses Verhalten. Aber nur 5% der rothmarischen Atheisten sind nicht von ihrer Meinung überzeugt."
Auszug: Stubbs & Heckmann, in einer Statistik von 2.459 RF
Naturschätze
Jenseits der befestigten Straßen der Rothmaren ist Dememnon äußerst gefährlich geworden. Die Wälder haben ein brutales und rachsüchtiges Eigenleben entwickelt. Zwar liegen viele Schätze und rätselhafte Orte aus vergangenen Zeiten in ihnen begraben, doch nur die wagemutigsten und gefährlichsten Draufgänger bekommen sie je zu sehen.
