LICHTLOS

Der erste Roman ist im SCRATCH Verlag erschienen und kann ab sofort über jeden Buchladen oder online per Klick auf das Cover bezogen werden. Für das Rollenspiel ist er nicht erforderlich, bietet aber einen guten Einstieg, da er den Lesern die Grundideen von Lichtlos schrittweise nahebringt.

Die Lebenden Schatten verleihen jedem große Macht, der ihnen ein Tor aus der Seele in die Welt öffnet. Nur die
Traumkraft – eine religiöse Gabe, die bisher kein Sterblicher erlangt hat – kann die Lebenden Schatten bezwingen, heißt es. Oder ist sie bloß ein Mythos des Wunschdenkens?

Ein Pirat, ein Hadanter, eine Schattenläuferin und eine Technokratin finden trotz aller Fraktionsgrenzen zusammen. Ob durch Schicksal oder Zufall wissen nur die Alten Götter. Die vier Gefährten kämpfen gegen einen Diener der Torwesen. Doch sie sind auch Gefangene ihrer unterschiedlichen Kulturen, geprägt von gegensätzlichen Auffassungen darüber, wie dem Feind zu begegnen sei.

Enthalten sind drei Innenillustrationen (Jan Hendrik Sonnwald), eine Karte Dememnons (Lydia Schuchmann), eine Chronik und ein anarchistischer Reiseführer. Lektorat: André Krieg, Layout & Satz: Thorsten Göde. (c) 2009 SCRATCH Verlag Simon Czaplok.



In einem grotesken Winkel bäumte Grünwinkel sich auf. Er knallte mit dem Hinterkopf gegen die Deckplanke, den Sternenhimmel über sich. Ein Loch in seiner Brust spuckte Blut in die Luft. Er wünschte sich, nicht zu sterben – und tat es nicht. Doch damit war seine Seele aufgezehrt. Grünwinkel blieb in seiner unnatürlichen Haltung hängen und kreischte schrill. Er kletterte und kletterte die Stufen hinauf, immer mehr Stufen, und kam doch nicht von der Stelle. Seine Glieder vibrierten und zerfaserten zu einem dunklen Wabern, seine Schreie verklangen. Das Licht wich von der Treppe zurück, langsam, unmerklich, doch der Schatten wuchs und vertrieb die Natur von seinem neuen Platz. Dieses Schiff war sein. Für immer, und wenn es sank. Egal. Das Holz, verlassen von der Natur, nahm in seinen Maserungen die tierhafte Fratze von Tarsis Grünwinkel an. Nur seine Kochschürze blieb zurück und wehte wie ein Leichentuch in die Finsternis des Schiffsbauches. Die Treppe vergoss eine Träne und hörte nie auf zu atmen.

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